e26 CD / Beethoven und seine Zeitgenossen. Streichquartette
Beschreibung
Freunden von EigenArt ist das Hohenloher Streichquartett bereits bestens bekannt. Mehrere Eigenschaften an diesem Esemble sind ungewöhnlich: Sie wagen eine Gratwanderung zwischen „authentischer“ und „moderner“ Spielweise. Und sie stellen Programme zusammen, die auf den ersten Blick überraschen und auf den Zweiten überzeugen. So auch hier. Alle hier versammelten Werke entstanden in der kurzen Zeit zwischen 1802 und 1806. Eine musikgeschichtliche Momentaufnahme sozusagen, bei der natürlich Beethoven nicht fehlen kann.
3 Bewertungen für e26 CD / Beethoven und seine Zeitgenossen. Streichquartette
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Fono Forum –
Wie wurde im Schatten des Giganten komponiert? Diese Frage, im Booklet-Text formuliert, ließe sich als Motto der vorliegenden CD-Produktion begreifen. Sie kombiniert ein Werk Beethovens mit zwei Quartetten von weniger renommierten Komponisten, die etwa zeitgleich, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, entstanden. Und es zeigt sich deutlich, dass solche Schattengewächse in der Lage sind, prachtvolle Blüten zu treiben. Franz Danzi und Johann Nepumuk Hummel schreiben nicht nur handwerklich gekonnt, sondern finden mitunter auch zu einer bemerkenswert eigenständigen und mutigen Sprache. Danzi tut dies vor allem im langsamen Satz, der für seine Zeit einige gewagte harmonische Fortschreitungen beinhaltet. Hummels C-Dur-Quartett weist mit seinem orchestraleren, gelegentlich schroffen Gestus eine stärkere Affinität zu der massigen Klanglichkeit Beethovenscher Werke auf, und dem „Menuett“ betitelten Satz mit seinem sehr raschen Tempo und seinen Akzentverschiebungen ist bereits deutlich der Charakter des Presto-Scherzos eingeschrieben. So vollzieht die kluge Programmdisposition den Entwicklungsgang der Gattung nach, der mit den „Rasumowsky-Quartetten“ einen wichtigen Wendepunkt erreicht.
Das schönste Konzept bliebe jedoch unergiebig, wenn es nicht von einer so überzeugenden interpretatorischen Leistung getragen würde, wie es hier der Fall ist. Auch das junge Ensemble, dessen Spiel Tonmeister Andreas Spreer packend direkt und natürlich abgebildet hat, kann im Schatten der Giganten bestehen.
Marcus Stäbler
Klassik heute –
Statt der Mode der Gesamteinspielungen zu frönen, läßt diese klug zusammengestellte Produktion ein exemplarisches Werk, Beethovens zweites Rasumowsky-Quartett, in seinem zeitlichen Umfeld zur Geltung kommen. Sie belegt damit einerseits, daß im Schatten des Titanen eine Fülle hörenswerter Werke geschrieben wurde, und macht andererseits nachvollziehbar, wie ungewöhnlich und manchmal schwer verständlich Beethovens Musik seinerzeit vor diesem Hintergrund gewirkt haben muß. Zudem vermittelt sie mit den drei in einem Zeitraum von vier Jahren entstandenen Kompositionen das Programm eines Quartett-Abends, wie er zu Beginn des 19. Jahrhunderts stattgefunden haben könnte. Das Hohenloher Streichquartett widmet sich der tiefempfundenen Melodik Danzis oder den überraschenden Wendungen Hummels mit gleicher Sorgfalt wie der ganz persönlichen Ausdruckswelt Beethovens. Die Geigerinnen Magdalene Kautter und Sabine Kraut sowie Wolfgang Hermann-Kauter und Jörg F. Baier vermeiden Übertreibungen und spielen mit einer subtilen Lebendigkeit, die sich auch über die CD unmittelbar mitteilt.
Peter T. Köster
Südwest-Presse –
Wieder ein Beispiel dafür, dass neben den Genies auch stets sehr respektable Männer sehr respektable Musik komponierten: „Beethoven und seine Zeitgenossen“ hat das Hohenloher Streichquartett seine neue, interessante CD überschrieben. Mit den so genannten Rasumowsky-Quartetten gelang Beethoven 1806 ein großer Wurf, ganz klar. Und das hier eingespielte op. 59/2 ist natürlich dem 1802 entstandenen Streichquartett op. 7/1 des späteren Stuttgarter Hofkapellmeisters Franz Danzi sowie dem 1804 komponierten Streichquartett op. 30/1 von Johann Nepomuk Hummel künstlerisch überlegen. Aber diese Werke haben ihre eigenen Qualitäten, vor allem auch in der lebendigen Interpretation des Hohenloher Streichquartetts mit Magdalene Kautter und Sabine Kraut (Violine), Wolfgang Hermann-Kautter (Viola) und Jörg F. Baier (Cello).
jük