e30 CD / Dirk Wietheger, Violoncello

Dirk Wietheger, Violoncello

Sofija Gubajdulina: Zehn Präludien für Violoncello solo
Leoš Janáček: Pohádka (Märchen) für Violoncello und Klavier
Edward Grieg: Sonate für Violoncello und Klavier a-Moll op. 36

EAN/barcode: 4009850103004

Beschreibung

„Das Label EigenArt gibt jungen und vielversprechenden Musikern eine Chance technisch hochwertige Produktionen einzuspielen. Besonders gut gelungen ist das mit Dirk Wietheger (Cello) und Atsuko Seki (Klavier). Ihre Aufnahme präsentiert Sofia Gubaidulinas Zehn Präludien für Cello Solo, Janaceks Pohadka und die a-Moll-Sonate von Edvard Grieg. Allein wegen der Präludien ist die CD hörenswert. Darüber hinaus ist die Sonate prächtig – weil frech – musiziert.“ (Elmshorner Nachrichten, 18.09.2004)

8 Bewertungen für e30 CD / Dirk Wietheger, Violoncello

  1. Classics Today

    Während die großen Labels ihre ausgedünnten Klassik-Budgets damit verwässern, Künstler zu finden, die sich wie Popstars vermarkten lassen, scheinen EigenArt und andere kleine Häuser ihre Veröffentlichungsentscheidungen nach altmodischen Kriterien zu treffen: Haben wir einen Musiker, der es verdient, bekannt zu sein, der eine gute Aufnahme vorgelegt hat? EigenArt traf die richtige Entscheidung, diese Frage mit einem klaren „Ja!“ zu beantworten. Der 33-jährige Dirk Wietheger ist ein technisch versierter, künstlerisch reifer Cellist. Sein Ton ist nicht breit und kraftvoll wie bei Rostropovich, sondern eher leicht und flexibel, vergleichbar mit dem von Truls Mørk. Er beherrscht die Vielzahl an Spieltechniken, die der Solist in Gubaidulinas Ten Preludes zu bewältigen hat, fühlt sich aber auch in der Romantik von Edvard Grieg zuhause, dessen Sonate er mit tiefem Respekt vor den besonders charmanten stilistischen Eigenheiten des Werks spielt. Gleich überzeugend ist er in Janáceks Pohádka (Märchen), wobei er die vielfältigen kurzen Abschnitte, aus denen diese flüchtige Partitur besteht, zu einem stimmigen Ganzen verbindet.

    So fein diese beiden letztgenannten Interpretationen auch sind, es ist die meisterhafte Wiedergabe von Gubaidulinas Solo-Cello-Präludien, die diese CD für Celloliebhaber beinahe unverzichtbar macht. Zwar gibt es mit Boris Pergamenschikov auf ECM einen sehr würdigen Konkurrenten, doch Wiethegers Lesart wirkt spontaner und emotional stärker involviert als der eher intellektuelle ECM-Ansatz.

    Balance und Instrumentalklang sind korrekt und naturgetreu eingefangen, vom leisesten Flüsterton im Ultrafein der Gubaidulina-Präludien bis zur vollen, romantischen Klangentfaltung bei Grieg. Es genügt zu sagen, dass der Klang so natürlich ist, dass er transparent bleibt und niemals vom Musizieren ablenkt. (…)
    Joseph Stevenson

  2. Neue Musikzeitung

    (…) Der 1972 in Münster geborene Cellist Dirk Wietheger widmet sich diesem Material mit beeindruckender Sensibilität, um mit dieser minimalistischen, aber in jedem Moment betont zupackend interpretierten Musik zu spannenden Hör-Erlebnissen einzuladen. Diese CD bietet aber mehr als puren Minimalismus – genau das Gegenteil lebt mit großem, von empfindungsreicher Wärme durchdrungenem Atem auf, wenn Wietheger mit der japanischen Pianistin Atsuko Seki Leos Janaceks Pohádka sowie Griegs Sonate a-Moll op. 36 für diese Produktion eingespielt hat. Aus einem Kerngedanken heraus wird Großes entwickelt – eine Welt von komplexer Psychologie und glühender Emotion fordert die Spieler, reißt den Hörer mit – die Empfindungstiefe dieses Musizierens scheint kaum noch steigerbar!
    Die brillante Aufnahmetechnik dieser CD leistet ihr übriges, um jede Klannuance in atemberaubender Plastizität zur Entfaltung zu bringen. Hierfür zeichnet der Produzent Andreas Spreer verantwortlich, der mit seinem kleinen Label EigenArt jungen, vielversprechenden Künstlern sein großes klangtechnisches Knowhow und sein tonmeisterliches Gespür zur Verfügung stellt.
    Stefan Pieper

  3. Neue Musikzeitung

    Der Cellist Dirk Wietheger besitzt einen sehr plastischen, vollen und gestisch genau kontrollierten Ton. Seine umfangreiche Erfahrung mit zeitgenössischer Musik prädestiniert ihn für die Interpretation dieser Werke der gemäßigten Moderne wie für Griegs wunderbar tiefe, recht selten gespielte Cellosonate. Besonders beeindruckt die logische Deutlichkeit und Transparenz der motivischen Gestaltung durch das Duo Wietheger/Seki.
    Reinhard Schulz

  4. Audiophile Audition

    Dieses außergewöhnliche Cellorezital zeigt den 32-jährigen Wietheger inmitten der funkelnden pyrotechnischen und emotional vielfältigen Anforderungen von Sofia Gubaidulinas Ten Preludes für Solo-Cello, einem 25-minütigen Kraftakt, der sich im Laufe der Zeit ebenso zu einem festen Bestandteil des Solorepertoires ambitionierter Cellisten entwickeln könnte wie die Bach-Suiten oder Kodálys Solo-Cello-Meisterwerk. Die Präludien entstanden als Antwort auf eine Anfrage 1966 durch einen Celloprofessor am Musikkonservatorium in Nowosibirsk, der sie für seinen Geschmack zu modern fand. Infolgedessen wurden sie erst 1977 in Moskau von Vladimir Tonkha uraufgeführt, dem sie auch gewidmet sind. Jede Präludie konzentriert sich auf eine spezifische technische Herausforderung oder – in acht von ihnen – ein Paar kontrastierender technischer Aufgaben (die erste, zum Beispiel, ist mit „staccato-legato“ gekennzeichnet). Das Ergebnis ist höchst fesselnd und wird von Wietheger so interpretiert, als erkunde er verführerische neue musikalische Dimensionen.

    In den Janácek-Stücken und besonders bei Grieg – überraschend anspruchsvoll mit einer einzigartigen Kombination aus konventionellen und modernistischen Tendenzen – wirkt Wietheger weniger überzeugend, da die Pianistin Atsuko Seki durch ihre beeindruckende musikalische Eleganz und den schönen Klang ihres Instruments unangemessen dominant, wenngleich sehr ansprechend, hervortritt. Wenn Wietheger allein in den Gubaidulina-Präludien spielt, steht er im Mittelpunkt. Im Grieg hingegen kämpft er darum, gehört zu werden.

    Andreas Günthers erläuternde Begleittexte sind nützlich und vergnüglich zu lesen, und Andreas Spreers Aufnahme ist hervorragend abgestimmt, verbindet die unaufdringliche Präzision des Labels Tacet mit einem ausgesprochen musikalischen Raumgefühl. Alles in allem ist dies eine unverzichtbare CD für Cellisten und Audiophile, die glauben, dass dieses königliche Mitglied der Streichfamilie, wenn man es solo hört, zu den ultimativen Prüfungen eines ernsthaften Soundsystems gehört.
    Laurence Vittes

  5. Jazzthetik

    (…) Gubajdulinas eigentlich recht spröde Präludien füllt er vital und – da, wo es sein soll – elegisch mit Verve und Spielfreude. Seine Glissandi im zweiten Präludium (…) beispielsweise sind lebendig und präzise: einfach meisterhaft.(…) Eine sehr empfehlenswerte Einspielung.
    Rolf Thomas

  6. Fono Forum

    (…) Dirk Wietheger, Mitglied des Neue-Musik-Ensembles „Musikfabrik“, hat sich ein ebenso originelles wie ambitioniertes Programm zusammengestellt. Seine differenzierte Wiedergabe der ursprünglich als Etüden konziperten zehn Präludien von Sofia Gubaidulina stellen seine Stärken deutlich heraus, vor allem das präzise Gespür für Klangfarben. (…)
    A.C.

  7. Klassik heute

    (…) Den Beginn dieser CD machen die 1974 geschriebenen Präludien von Gubaidulina. Die sich jeweils einer speziellen Spieltechnik widmenden Werke nannten sich ursprünglich Etüden, und der primär pädagogische Zweck ist ihnen auch anzuhören. In der Interpretation durch den 1972 in Münster geborenen Cellisten Dirk Wietheger gewinnen die zehn teilweise sehr kargen Stücke aber durchaus jene Qualitäten, die zur Umbenennung führten. Wiethegers konzentriertes und vor allem in leisen Passagen ausgesprochen feinnerviges Spiel verknüpft die einzelnen Sätze nicht nur in ihrer Absicht als Ausbildung zum modernen Cellospiel, sondern formt sie zudem zu einer Schule des Hörens. Seine Bogenstriche und Pizzicati sind mit chirurgischer Präzision gesetzt und öffnen so den Raum zwischen den Noten. (…)
    Robert Spoula

  8. Elmshorner Nachrichten

    Das Label EigenArt gibt jungen und vielversprechenden Musikern eine Chance technisch hochwertige Produktionen einzuspielen. Besonders gut gelungen ist das mit Dirk Wietheger (Cello) und Atsuko Seki (Klavier). Ihre Aufnahme präsentiert Sofia Gubaidulinas Zehn Präludien für Cello Solo, Janaceks Pohadka und die a-Moll-Sonate von Edvard Grieg. Allein wegen der Präludien ist die CD hörenswert. Darüber hinaus ist die Sonate prächtig – weil frech – musiziert.
    pen

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