e48 CD / Ludwig Chamber Players

Ludwig Chamber Players

Ludwig van Beethoven: Septet E flat Major op. 20
Carl Nielsen: Serenata in vano
Johannes Brahms: Intermezzo A Major op. 118/2

EAN/barcode: 4009850104803

Beschreibung

Hut ab vor dieser neuen EigenArt-Produktion! Die Debut-CD der Ludwig Chamber Players besticht durch Spielfreude, Musikalität und Präzision. 5 Nationen (drei Japaner, ein Lette, ein Niedersachse, ein Badenser und ein Schwabe) trafen sich vor einem Jahr in Japan und mochten sich auf Anhieb. Das hört man vom ersten bis zum letzten Ton dieser CD. Das Programm wird angereichert durch ein sehr originelles Stück von Nielsen, seinerzeit eigens als Ergänzung zum Beethoven-Septett komponiert, und eine Bearbeitung eines Brahms-Klavierstückes für die Septett-Besetzung.

2 Bewertungen für e48 CD / Ludwig Chamber Players

  1. Pizzicato

    –> Originalkritik

    Die „Ludwig Chamber Players“ sind ein Ensemble mit deutschen und japanischen Musikern, sowie einem Franzosen und einem Letten. Hauptberührungspunkte zwischen ihnen sind das SWR Orchester aus Stuttgart und das Saito Kinen Festivalorchester. Die „Ludwig Chamber Players“ haben sich der vielfältigen Kammermusik für gemischte Streicher-Bläserbesetzungen des 18. und 19. Jahrhundert verschrieben. Auf einer Eigenart-CD spielen diese „Ludwig Chamber Players“ Ludwig van Beethovens Septett op. 20, die „Serenata in vano“ von Carl Nielsen und ein Arrangement des Intermezzos op. 118/2 von Johannes Brahms. Die Aufnahmen gefallen wegen der schönen Harmonie, die in dem homogenen Ensemble vorherrscht. Die Freude dieser Musiker, zusammen zu spielen, ist in jedem Moment hörbar.
    Remy Franck

  2. Klassik heute

    –> Originalkritik

    Die sieben Musiker der Ludwig Chamber Players sind, so steht es im Booklet, im April 2013 in Tokyo erstmals aufeinandergetroffen, und nach wenigen Takten von Beethovens Septett war ihnen klar, dass sie eine kontinuierliche weitere Zusammenarbeit wünschten. Sie spielten nicht nur die vorgesehenen Konzerte, sondern gaben sich den am berühmten Septett ausgerichteten Namen und präsentieren nun ihre erste CD. Ein sehr schöner, vielversprechender Beginn, denn alle sieben beherrschen nicht nur ihr Instrument ausgezeichnet, sondern sind offenkundig willens, aufeinander einzugehen, einander zuzuhören, im Wechselspiel der Anregungen zu etwas Gemeinsamem zu finden: Kei Shirai (Violine), Janis Lielbardis (Viola), Gen Yokosaka (Cello), Ryutaro Hei (Kontrabass), Dirk Altmann (Klarinette), Hanno Dönneweg (Fagott) und Wolfgang Wipfler (Horn).

    Das Programm stellt das Initialwerk des Ensembles, also Beethovens seit jeher äußerst populäres Septett op. 20 von 1800, vor, sowie als Appendix Carl Nielsens eigensinnig humoristische ‚Serenata in vano’ für Quintett (ohne Geige und Bratsche), dessen Titel mit Verweis auf Brahms als ‚Vergebliches Ständchen’ übertragen werden kann, sowie ein gelungenes, gleichwohl in der Übertragung für mich sozusagen etwas „fremdartiges“ Septett-Arrangement M. Uckis von Brahms spätem Klavier-Intermezzo A-Dur op. 118 Nr. 2.

    Bei Beethoven springt uns sofort der musikantische Funke an, der nicht nur der Musik selbst in höchstem Maße eigen ist, sondern den auch die Musiker allesamt mit Freude und Feinsinn aufgreifen. Alles schwingt, die Filigranarbeit perlt unter den Fingern, die subtilen Unterschiede zwischen Staccati, Marcati, Tenuti usw. werden mit viel Sorgfalt realisiert, die Tempi sind überwiegend sehr überzeugend erspürt, es wird versucht, dem Gang der Modulationen nachzuspüren, das Zusammenspiel ist akkurat, die Intonation quasi makellos, die heikle Balance zwischen kräftigeren und schwächeren Stimmen wird mit Einfühlung und Rücksichtnahme hergestellt.

    Was es jetzt noch bräuchte: eine genauere Verwirklichung der kleinen Crescendi mit anschließendem Subito-Piano (vor allem im zweiten Satz), die Vermeidung unnötiger lokaler Ritenuti, zu denen man dann zum Phrasenende verführt ist, wenn die Artikulation der übergehenden Energie nicht klar ist, ebenso unnötige Dehnungen und damit verbundene Betonungen mancher Takt-Einsen, und überhaupt immer wieder das allgemein übliche automatische Betonen schwerer Taktzeiten (Menuett!). Auch kann noch viel mehr Augenmerk auf ein zwar unbedingt belebtes, gleichwohl wirklich sich von höheren und mittleren Stärkegraden unterscheidendes Piano und Pianissimo gelegt werden, und letztlich darauf, die Phrasierung stets noch weitschauender zu gestalten. In Zusammenhang damit fehlt es manchem Subito-Forte an Kraft – es ist einerseits hocherfreulich, dass hier nicht blind draufgehauen wird, wie es bei Orchesteraufführungen Beethoven’scher Musik so oft geschieht, doch manchmal fordert es gerade im Zarten besonderen Mut und Übung, einen entschiedenen Kontrast zu setzen, der gerade jenen Widerspruch in der Energie der Phrase verkörpert, dass die Musik aus ihren eigenen Kräften weiterstrebt.

    Insgesamt also: sehr fein, und bitte weiter verfeinern, den größeren Zusammenhang anstreben, der ein Wechselspiel aus Kontinuität und maßvollem Kontrastieren voraussetzt! Dies alles gilt auch für die Nielsen-Aufführung, wo die Verhältnisse allerdings weit komplizierter und wunderlicher sind. Das Klangbild ist ansprechend in der Transparenz und räumlichen Natürlichkeit, das Booklet hingegen vertrüge eine detailliertere Einführung.

    Christoph Schlüren

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