282 CD / Scarlatti: Complete piano sonatas Vol. 12
Description
Who would have thought at the beginning of the great Scarlatti adventure 15 years ago that there would be no CD at the end? The four of us, who sail the two-voiced oceans of the world in the Scarlatti boat, certainly not: Captain Christoph Ullrich at the steering wheel (keyboard), Gerd Finkenstein in the engine room (grand piano), me as radio operator (recording), and Thomas Seedorf (scientific support and texts) in the crow's nest. All old white men with weathered faces… Well, the CD is still alive. But the project needs another two years... We're going to see it through! Who knows, maybe it will be the last serious big complete edition ever produced for this medium? Then, among many other things, it will also be a tribute to the days when you could still hold what you loved in your hands.
Our current position: Domenico Scarlatti wrote 555 piano sonatas. This is volume 12 of 17. Volumes 14 and 15 are already available, a total of 12 double and 2 triple CDs so far. Volumes 13 (already recorded, not yet released), 16 (30 sonatas), and 17 (12 sonatas) are still missing. This means that 513 of the 555 sonatas have been recorded and 477 released. There are still 42 left to go to the home port. We are getting closer to our goal!
There are so many interesting, admirable, and thought-provoking aspects to this opus! It would fill books. But we'll save that for the end.
Turn these 30 new sonatas into an Advent calendar! Or a January calendar. Every day is unique; every day deserves a different sonata by Domenico Scarlatti!
Did you see this story in German AUDIO magazine?
AUDIO+stereoplay 09/2025: Abenteuer Scarlatti
Further information about the Scarlatti Project.
Christoph Ullrich on Youtube: Sonata in g moll K 8, Allegro and Sonata in C major, K 487, Allegro
1 review for 282 CD / Scarlatti: Complete piano sonatas Vol. 12
You must be logged in to post a review.




























Klassik heute –
--> original review
Bei seinem Vorhaben, sämtliche erhaltenen 555 Cembalosonaten Domenico Scarlattis (1685 – 1757) auf einem modernen Steinway-Konzertflügel einzuspielen, ist Christoph Ullrich mit dem Album Nr. 12 bis zur Kirkpatrick-Nummer 417 vorgestoßen. Wie schon bei den vorangegangenen Aufnahmen löst er das Problem, Alte Musik in neuem Gewand zu präsentieren, mit einem eleganten Kompromiss: er spielt die Stücke mit leichtem, federndem Anschlag, ohne den Versuch zu machen, Scarlattis Musik allzu sehr aus moderner Sicht zu gestalten.
Alte Musik auf neuem Instrument
Dies bedeutet, dass er die Möglichkeiten des heutigen Instruments mit Behutsamkeit nutzt. Die Dynamik bewegt sich im mittleren Bereich mit nur vorsichtigen Nuancen, Echo-Wirkungen werden gelegentlich angedeutet, agogische Feinheiten werden nur hier und da genutzt. Verzierungen sind zwar in einigen Fällen auch dort angebracht, wo sie nicht vorgeschrieben sind, aber bei den Wiederholungen der meist zweigliedrigen Sonaten nur mit geringen Abweichungen. Die Tempi sind so gewählt, dass die Faktur der Sonaten deutlich erkennbar bleibt, Virtuosität ist nicht Selbstzweck.
Die Originalität Scarlattis
Der Booklet-Kommentar von Thomas Seedorf geht mit Recht darauf ein, dass Scarlatti ein Meister der Überraschungen ist. So gibt es beispielsweise in der e-Moll-Sonate K. 394 einen Arpeggien-Abschnitt, der scheinbar gar nicht zu dem Stück gehört, und darüber hinaus hört man überraschende Tonartwechsel, wenn sich die Taktgruppen in Terz-Abständen verschieben. Bei Ullrichs Interpretation spürt man, dass er dem Humor solcher Stellen feinfühlig nachspürt, sich aber keinerlei Übertreibung leistet. Auf der anderen Seite ist er ein Interpret, der auch den Ernst mancher Sonaten zelebriert. Einige der mit „Andante“ überschriebenen Stücke geht er betont langsam an, um den Ausdruck zu vertiefen. So bei der e-Moll-Sonate K. 402, die am Ende der ersten CD erklingt: sie gerät mit achteinhalb Minuten zum längsten Werk der Sammlung, obwohl hier ausnahmsweise der zweite Teil nicht wiederholt wird.
Das Booklet (englisch und deutsch) gibt Auskunft über das Wirken des Pianisten, der auf der Suche nach „unkonventionellen Programmformen“ ist und seine Scarlatti-Gesamteinspielung seit 2011 betreibt. Zudem erfährt man manche Details zur Machart der Sonaten, die zumeist für Maria Bárbara de Breganza, die spanische Infantin, geschrieben wurden.
Prof. Klaus Trapp